Der Intelligenzquotient ist keine statische Persönlichkeitseigenschaft!
Auf Spiegel Online war heute zu lesen, dass sich der IQ von Jugendlichen stark verändern kann. Eigentlich eine selbstverständliche Aussage, könnte man denken, aber in der breiten Öffentlichkeit hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Wenn der Club der Hochbegabten, Mensa, ein einzelnes Testergebnis von 130+ zum Aufnahmekriterium macht, kann dieser Wert doch nicht (stark) schwankend sein.
Und diese Fehlannahme bzw. Fehlinterpretation von Testergebnissen hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir mit Menschen umgehen. Wer nach der vierte Klasse einer Schulform zugeordnet wird, hat – je nach Bundesland – einige Mühen auf sich zu nehmen, später doch noch einen höheren Schulabschluss zu absolvieren. Ein Schulwechsel von der Realschule auf das Gymnasium nach der achten Klasse? Außerdem kosten Testungen Geld. Warum soll man also einzelne Tests wiederholen lassen, wenn man doch ein Gutachten vorliegen hat, auf dessen Grundlage Kinder manchmal über Jahre hinweg eingeschätzt und betreut werden?
Dieses Thema werde ich auch in meiner Dissertation kommentieren – aber trotzdem schreie ich schon jetzt in die Welt hinaus: der Intelligenzquotient ist keine statische Persönlichkeitseigenschaft!
Prof. Howard Gardner über die Begabungsentwicklung
Prof. Howard Gardner über sein Konzept der multiplen Intelligenzen:
Das Video stammt aus dem wunderbaren YouTube-Kanal des Museums für Kindheits- und Jugendwerke bedeutender Künstler in Halle.
Hochbegabung in Kriminalität?
Thomas Müller ist österreichischer Kriminalpsychologe und vielen sicherlich aus diversen Fernsehauftritten bekannt. Aus einem Interview von Alexander Kluge mit Thomas Müller stammt der folgende Satz:
Müller: “Aber er hat seine unglaubliche Intelligenz, die er besessen hat, dazu verwendet, seine Phantasien in die Realität umzusetzen. Und das macht diese Leute so extrem gefährlich, weil sie manchmal hochgradig intelligent sind und die Fähigkeiten besitzen, die Intelligenz auf eine eben destruktive Art und Weise zu verwenden.”
Das ist eine Frage, die mich eigentlich seit dem ersten Tag meiner Forschung im Bereich der Hochbegabung umtreibt: Gibt es etwas wie eine Hochbegabung in Kriminalität? 
Rainer Schüttler, der Gegenbeweis
In Ausgabe 2/2011 des Magazins des Deutschen Olympischen Sportbundes, Faktor [Sport], ist auf Seite 32 in einem Portrait des Tennisspielers Rainer Schüttler folgendes zu lesen:
“Man kann gar nicht so weit kommen, sagen Experten, wenn man erst mit 13 Jahren anfängt, regelmäßig zu trainieren. Und sich schon gar nicht über zehn Jahre in der Weltelite halten. Schüttler hat beides geschafft.”
Es ist tatsächlich Lehrmeinung in der Exzellenzforschung, dass ein Training, das im frühen Kindesalter beginnt und stets leistungsorientiert ist, die Grundvoraussetzung für spätere Leistungsexzellenz ist. 
Genie & Wahnsinn
Endlich gibt es mal wieder einen Anlass für einen neuen Beitrag in diesem Blog – und geschaffen hat ihn der SPIEGEL.
Da ich derzeit sehr viel mit der Bahn unterwegs bin, habe ich mir überlegt, diese Zeit mit dem Lesen von Biographien zu verbringen, um neben dem Studium von Fachliteratur weitere Anregungen zu erhalten. Aber keine Angst, ich eifere nicht Catharine Cox nach, die anhand dokumentarischer Quellen die Intelligenzquotienten von verstorbenen Persönlichkeiten errechnete. Es ist aber durchaus interessant, die Lebensverläufe großer Persönlichkeiten nachzuvollziehen und zu verstehen, was sie so groß werden ließ (z.B. günstige politische Umstände), wer sie förderte (z.B. die Mutter) und zu welchem Zweck sie ihre Begabung einsetzten (z.B. für den Einsatz für Minderheiten).
Derzeit lese ich eine Biographie von Napoleon Bonaparte, die in Bezug auf die drei genannten Fragestellungen zahlreiche Antworten enthält. Danach steht Robert “Bobby” Fischer auf meiner Liste, denn die Geschichte dieses “Schachgenies” fasziniert mich schon länger. 