Der DFB und ich, das wird nichts.
In einem Artikel auf Zeit Online beschreibt Anna Gauto, welche Erfahrungen sie in der Nachwuchsförderung des Deutschen Fußballbundes (DFB) gemacht hat und warum sie sich gegen eine Karriere im Frauenfußball entschieden hat. Dabei setzt Gauto den Aufwand, den sie dafür hätte betreiben müssen, in ein Verhältnis zu dem finanziellen Ertrag:
“Jungs, die Fußballprofis werden möchten, müssen viel Disziplin aufbringen und Zeit opfern. Bei Mädchen ist das ähnlich. Nur die finanzielle Perspektive ist im Frauenfußball eine ganz andere. Wer Profi werden möchte, muss schon mit dreizehn Jahren täglich in den Kraftraum und auf die Ernährung achten. Jugendnationalspielerinnen haben eine Woche Schule, eine Woche DFB-Lehrgänge und wenig bis gar keine Zeit für Freundschaften außerhalb des Fußballs. Sie müssen so früh wie möglich von zu Hause weg, um für ein paar hundert Euro bei einem Bundesligisten zu spielen.”
Ich denke, es ist eine sehr realistische Betrachtung. Zumal die Entbehrungen im Jugendalter keine Garantie dafür gewesen wären, dass sie es tatsächlich bis in die Bundesliga geschafft hätte.
Es gibt aber auch genug Beispiele von anderen Frauenfußballerinnen oder auch von Sportlern anderer Disziplinen, bei denen Aufwand und Ertrag in einem ähnlichen Missverhältnis stehen, die aber eine andere Motivation gefunden haben, um die Entbehrungen auf sich zu nehmen. Diese motivationalen Aspekte zu identifizieren und gezielt in der Begabungsförderung einzusetzen, ist eine Aufgabe des jeweiligen Verbands und sicherlich auch ein Ansatz für Mentorenprogramme: “Ich habe zwar keine Reichtümer angehäuft, aber meine Olympiateilnahme hätte ich mir eh nicht kaufen können…”