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Der Weg der Begabungsförderung

„Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.“

Maria Montessori

Der DFB und ich, das wird nichts.

In einem Artikel auf Zeit Online beschreibt Anna Gauto, welche Erfahrungen sie in der Nachwuchsförderung des Deutschen Fußballbundes (DFB) gemacht hat und warum sie sich gegen eine Karriere im Frauenfußball entschieden hat. Dabei setzt Gauto den Aufwand, den sie dafür hätte betreiben müssen, in ein Verhältnis zu dem finanziellen Ertrag:

“Jungs, die Fußballprofis werden möchten, müssen viel Disziplin aufbringen und Zeit opfern. Bei Mädchen ist das ähnlich. Nur die finanzielle Perspektive ist im Frauenfußball eine ganz andere. Wer Profi werden möchte, muss schon mit dreizehn Jahren täglich in den Kraftraum und auf die Ernährung achten. Jugendnationalspielerinnen haben eine Woche Schule, eine Woche DFB-Lehrgänge und wenig bis gar keine Zeit für Freundschaften außerhalb des Fußballs. Sie müssen so früh wie möglich von zu Hause weg, um für ein paar hundert Euro bei einem Bundesligisten zu spielen.”

Ich denke, es ist eine sehr realistische Betrachtung. Zumal die Entbehrungen im Jugendalter keine Garantie dafür gewesen wären, dass sie es tatsächlich bis in die Bundesliga geschafft hätte.

Es gibt aber auch genug Beispiele von anderen Frauenfußballerinnen oder auch von Sportlern anderer Disziplinen, bei denen Aufwand und Ertrag in einem ähnlichen Missverhältnis stehen, die aber eine andere Motivation gefunden haben, um die Entbehrungen auf sich zu nehmen. Diese motivationalen Aspekte zu identifizieren und gezielt in der Begabungsförderung einzusetzen, ist eine Aufgabe des jeweiligen Verbands und sicherlich auch ein Ansatz für Mentorenprogramme: “Ich habe zwar keine Reichtümer angehäuft, aber meine Olympiateilnahme hätte ich mir eh nicht kaufen können…”

Raus mit den Kindern – aus dem Auto!

Ab und zu biete ich Beratungen zum Thema Begabungsförderung an – in Kindertagesstätten oder an anderen Orten, die von Familien für Bedeutung sind. Oder Menschen werden an mich verwiesen, wenn Kolleginnen und Kollegen das Gefühl haben, dass ich weiterhelfen kann. Für solche Gelegenheiten habe ich inzwischen auch eine recht stattliche Liste von Ideen angelegt, wie Eltern mit einfachsten Mitteln ihre Kinder fördern können. An einen dieser Punkte hat mich der folgende Spot für die Bahn erinnert:

Der erste Schritt zu einer vernünftigen Förderung aller Kinder ist nämlich nicht die Teilnahme an Sommercamps oder der bezahlte Unterricht in der Musikschule – manchmal reicht schon ein Busticket.

Wer ist hochbegabt? Auswahlkriterien für Sommercamps.

Obwohl es keine einheitliche Definition von Hochbegabung gibt und sich nur wenige der zahlreichen Definitionen explizit auf den Wert eines Intelligenztests beziehen, höre ich in Gesprächen immer wieder, dass hochbegabt ist, wer einen Intelligenzquotienten von 130 oder mehr hat. Diese Fixierung auf ein einzelnes Testergebnis führt häufig dazu, dass einem Menschen die Hochbegabung nach dem einmaligen Durchbrechen dieser “130er-Schallmauer” wie ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal zugeschrieben wird. Weitere Testungen für immer überflüssig.

Diese zunehmende Orientierung an Testergebnissen führe ich auf zwei Faktoren zurück:

Rainer Schüttler, der Gegenbeweis

In Ausgabe 2/2011 des Magazins des Deutschen Olympischen Sportbundes, Faktor [Sport], ist auf Seite 32 in einem Portrait des Tennisspielers Rainer Schüttler folgendes zu lesen:

“Man kann gar nicht so weit kommen, sagen Experten, wenn man erst mit 13 Jahren anfängt, regelmäßig zu trainieren. Und sich schon gar nicht über zehn Jahre in der Weltelite halten. Schüttler hat beides geschafft.”

Es ist tatsächlich Lehrmeinung in der Exzellenzforschung, dass ein Training, das im frühen Kindesalter beginnt und stets leistungsorientiert ist, die Grundvoraussetzung für spätere Leistungsexzellenz ist.

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