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Fußballintelligenz =/= Intelligenz

Ich habe gerade ein Interview der ZEIT mit Bundesligatrainer Peter Neururer von 2003 entdeckt.

ZEIT: Sollte der Intellektuellste in der Mannschaft stets Kapitän sein?

“Um Gottes willen! Ich habe mal einen Spieler gehabt, einen Kapitän, der war so was von dumm, der war dumm wie…dumm wie…”

ZEIT: …Brot?

“Ach, der hatte einen IQ, der so einzuordnen war wie die Temperaturen, die wir im Moment draußen haben, der war fast schon debil. Aber ein ü-ber-ra-gen-der Fußballer! Dem musste ich nichts erklären, der hat alles immer richtig gemacht. Intuitiv. Seine Fußballintelligenz war sensationell. Aber vom normalen Intellekt: katastrophal. Der hat gehupt, wenn er gegen einen Baum gefahren ist.”

Der DFB und ich, das wird nichts.

In einem Artikel auf Zeit Online beschreibt Anna Gauto, welche Erfahrungen sie in der Nachwuchsförderung des Deutschen Fußballbundes (DFB) gemacht hat und warum sie sich gegen eine Karriere im Frauenfußball entschieden hat. Dabei setzt Gauto den Aufwand, den sie dafür hätte betreiben müssen, in ein Verhältnis zu dem finanziellen Ertrag:

“Jungs, die Fußballprofis werden möchten, müssen viel Disziplin aufbringen und Zeit opfern. Bei Mädchen ist das ähnlich. Nur die finanzielle Perspektive ist im Frauenfußball eine ganz andere. Wer Profi werden möchte, muss schon mit dreizehn Jahren täglich in den Kraftraum und auf die Ernährung achten. Jugendnationalspielerinnen haben eine Woche Schule, eine Woche DFB-Lehrgänge und wenig bis gar keine Zeit für Freundschaften außerhalb des Fußballs. Sie müssen so früh wie möglich von zu Hause weg, um für ein paar hundert Euro bei einem Bundesligisten zu spielen.”

Ich denke, es ist eine sehr realistische Betrachtung. Zumal die Entbehrungen im Jugendalter keine Garantie dafür gewesen wären, dass sie es tatsächlich bis in die Bundesliga geschafft hätte.

Es gibt aber auch genug Beispiele von anderen Frauenfußballerinnen oder auch von Sportlern anderer Disziplinen, bei denen Aufwand und Ertrag in einem ähnlichen Missverhältnis stehen, die aber eine andere Motivation gefunden haben, um die Entbehrungen auf sich zu nehmen. Diese motivationalen Aspekte zu identifizieren und gezielt in der Begabungsförderung einzusetzen, ist eine Aufgabe des jeweiligen Verbands und sicherlich auch ein Ansatz für Mentorenprogramme: “Ich habe zwar keine Reichtümer angehäuft, aber meine Olympiateilnahme hätte ich mir eh nicht kaufen können…”

Wann bist du denn müde?

DFB-Trainer Horst Hrubesch hat sich schon vor einiger Zeit in einem Interview (Teil 1, Teil 2) mit dem Fußballmagazin 11Freunde über den Nachwuchsfußball in Deutschland unterhalten. Aus diesem Interview möchte ich zwei Stellen zitieren, die einen interessanten Einblick bieten auf die Situation von Jugendtrainern im Profibereich, aber auch auf die Situation der Nachwuchssportler:

“Ein Spieler kam vor Jahren das erste Mal zu mir zum Lehrgang. Da fährt der Mercedes vor, der Junge steigt aus, Badetasche unterm Arm und dahinter die Mutter, die ihm die beiden Taschen Richtung Sportschule trägt. Ich stehe am Eingang und sage: “Stopp! Was machen Sie da?” Darauf die Mutter: “Ich will die Taschen aufs Zimmer bringen und einräumen.” Da habe ich gesagt: “Das macht der hier alles selbständig.” “Ich bin aber seine Managerin!” Sage ich: “Das ist wunderbar, aber hier hört dieser Weg auf. Hier macht er alles allein.” Sie hat dann einen bitterbösen Brief an den DFB geschrieben, wegen dem ich mich aber Gott sei Dank nicht verantworten musste.”

Und später im Interview antwortete Hrubesch auf die Frage, ob den Nachwuchsspielern zu viele Entscheidungen abgenommen werden, wie folgt:

Talent muss fliegen

Wer sich mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt, der wird auch mit einem ganz speziellen Blick die Tagespresse lesen und die Artikel – gleich welchen Themas – nach den Begriffen “Talent” und “Begabung” scannen. Die besten Treffer landet man dabei immer noch der Sportteil. Heute war in der Süddeutschen Zeitung ein Zitat des neuen Sportdirektor des italienischen Fußballverbands, Roberto Baggio, zu lesen:

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